Betriebserweiterung – Zurück zu den Wurzeln

(von Holger Winter) Was „in Stein gemeißelt“ ist, das ist unumstößlich und für die Ewigkeit festgehalten, besagt ein altes, durch archäologische Funde vielfach bestätigtes Sprichwort. Kein Wunder also, dass sich Stein als Werkstoff für Botschaften des Gedenkens durchgesetzt hat, während beispielsweise Holzkreuze eher als Übergangslösung bis zur Grabsteinsetzung dienen.

Unsere Familie ist dem Werkstoff Stein bereits seit Generationen besonders verbunden, schließlich hat mein Ururgroßvater den Betrieb 1878 ursprünglich als Steinmetzwerkstatt gegründet. Nach und nach entwickelte er sich dann immer mehr in Richtung Friedhofsgärtnerei, aber der steinerne Part spielte stets eine große Rolle.

Erst im Jahr 2010 beschlossen mein Bruder Ronald und ich, die beiden Betriebsteile probeweise zu trennen, damit sich jeder von uns ganz auf sein gelerntes Metier konzentrieren könne – mein Bruder als Steinmetzmeister auf die „Hardware“, ich als Friedhofsgärtnermeister auf den lebendigen Werkstoff Pflanze.

Und was zeigte sich? Nicht nur wir sind Brüder, auch unsere beiden Handwerke stehen einander viel zu nahe, um sie dauerhaft voneinander zu trennen. Zwar hat jeder von uns es genossen, sich einmal nur im Ursprungsberuf auszuleben; aber die Möglichkeiten, die beide Handwerke gemeinsam bieten, sind einfach viel zu groß, um sie nicht zu nutzen.

Im Juli 2016 hieß es daher „zurück zu den Wurzeln“, und so gehört seitdem auch wieder ein eigener Steinmetzbetrieb zu unserer Friedhofsgärtnerei. Bilanz nach einem Jahr: Es fühlt sich richtig gut an und auch unsere Kundinnen und Kunden profitieren deutlich vom Service aus einer Hand. Nicht zuletzt, weil der Trend zur individuellen Grab- und Grabsteingestaltung geht, und da gilt ganz klar: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Womit wir wieder beim Sprichwort wären – und für heute am Ende.

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